![]() Oberort 17 A-7441 Steinbach 49 Tel.: +43 (0)2616 4102 verlag@lis-og.com |
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Projekt: Materialsammlung für Sägezahn II | Restbudget: 0.-- EURO | |||
Die POST bringt (fast) Allen was | ||||
Das etwas sonderbare Serviceverständnis der POST AG!! (hier geht es um die österreichische POST AG) Wir wohnen seit über 10 Jahren am Land. Neben den Nachteilen der schlechten Anbindung an die moderne Infrastruktur (Telefon, Breitband) hat das Leben am Land aber viele Vorteile, die selbst durch diesen Vorfall (gerade noch) nicht geschmälert werden. Einer der Vorteile ist es, daß die Briefzustellung wirklich perfekt funktioniert. Kein Wunder, jeder kennt jeden. Und wenn man frisch "Zuagroaster" (also Zuwanderer) ist, kennen einen sowieso Alle. Der Postbote kennt sogar meinen leicht erhöhten Leberwert aus der letzten Gesundenuntersuchung; mein Nachbar seitdem auch. Meine Leberwerte. Schließlich pflegt man ja den Kontakt zur Kundschaft und der Briefträger hat(te) durchaus auch therapeuthische Aufgaben. Soweit so gut. Wir haben sogar Briefe bekommen, die waren folgender maßen adressiert:
(Da fällt mit Canetti ein. S' isch a Hundsnam'. Elias.) Aber zurück zum Thema. Das hat ganz wunderbar funktioniert, auch dann noch, als die Gemeinde aus nachvollziehbaren Gründen die veraltete Hausnumerierung, wie sie am Land üblich war, durch Straßenbezeichnungen ersetzen mußte. Das war wohl auch notwendig, weil viele NEUE Paket- und Zustelldienste die Zieladresse einfach nicht gefunden haben, waren doch die Häuser nach dem Baujahr numeriert. Soweit - so gut. Alles hat hervorragend funktioniert, bis die POST anscheinend von OBEN herab die Anweisung erhalten hat, Briefe, die nach 4 Jahren immer noch nicht ordnungsgemäß adressiert sind, zurückzuschicken. Als Betriebsberater kann ich das durchaus verstehen. Eine Adress-Suche ist zeitaufwendig und wird nicht vergütet. Aber jetzt kommts: Der Brief kommt ja bereits Vorsortiert aus irgendwelchen automatisierten Verteilzentren zum Endpostamt, um die letzten Meile, wie es im Management-Jargon heißt, abzudecken. Der Briefträger hält also den Brief bereits (physisch, in dem Fall sogar händisch eben) in der Hand und sagt: Uiii, der Brief geht an den Reinisch, das ist der, der in Steinbach 49 (jetzt neue Anschrift: Oberort 17) wohnt. Der Brief ist aber mangelhaft (alt) adressiert.
Also: RETURN to SENDER Dem Absender platzt der Kragen und schreibt den zuständigen Oberendpostverteilzentrumsleiter an. Dieser antwortet und bietet gar an, den Vorschlag des verärgerten Absenders zu überdenken, für ausländische Post, die falsch adressiert ist, doch noch die Übergangszeiten für falsche Adressen zu verlängern. Das nenne ich doch echten Kundenservice!!! Man muß sich jetzt nur die neue Situation vorstellen: Ein Brief kommt aus Deutschland und ist (natürlich auch nach 4 Jahren Adressumstellung) immer noch falsch adressiert. Der Briefträger sagt: Ach ja, der Brief geht an den Reinisch, ist immer noch falsch adressiert, ABER er kommt aus Deutschland, verlängerte Übergangsfrist, und schon wird er zugestellt. Der nächste Brief kommt aus dem Nachbardorf. Der Briefträger sagt: Ach ja, der Brief geht an den Reinisch, ist immer noch falsch adressiert, ABER er kommt aus Kirschschlag in der buckligen Welt, das ist zwar ethnologisch auch Ausland, aber eben nur ein anderes Bundesland und nur 5 Km entfernt, daher: Falsche Anschrift und RETURN to SENDER Ein Postamt nach dem anderen muß dicht gemacht werden, weil der (voll berechtigte) Konkurrenzkampf tobt. Da zählt nur Leistung und Service. Wer patzt wird gefeuert. In dem Fall wird eben geschlossen. Und was macht die POST??? Vor Weihnachten wird mit Streik gedroht und in diesem Fall: Wird nach VORSCHRIFT gehandelt! Liebes Post-Management: Wenn Sie es nicht verstehen, was der Kunde unter Service versteht, sperren sie doch einfach zu. Sie werden niemanden abgehen. So nicht mehr. Früher wie gesagt, konnte man sogar am Biertisch erzählen, wie gut die POST hier am Land war. Also entweder hat das Managemant versagt und die Mitarbeiter mit falschen (unpräzisen) Vorschriften versorgt, oder aber es hat das Management versagt und die falschen Mitarbeiter behalten, die lieber nach Vorschrift handeln und MEHRKOSTEN verursachen, als mit etwas (mehr) Hirn zu arbeiten und die Kunden (kostenfrei, ich meine ohne Mehraufwand) zufriedenstellen. Auf eine Stellungname vom Management bin ich (immer noch) sehr gespannt. In einer ersten Stellungnahme vom 29.1.2009 schreibt der Postkundenservice: Punkt 3.4.2 der allgemeinen Geschäftsbedingungen regelt zudem, dass wenn der Empfänger an der in der Anschrift angegebenen Abgabestelle nicht auffindbar oder die Abgabestelle unvollständig angegeben ist,der richtige Empfänger nur so weit ermittelt wird, als dies ohne wesentliche Behinderung der Arbeitsabläufe möglich ist. Wenn der richtige Empfänger nicht ermittelt werden kann, gilt die Sendung als unzustellbar. Ja genau!. Und warum wurde der gegenständliche Brief dann 2 mal zurückgeschickt??? Das war die Frage und ich habe immer noch keine Antwort. Aufgrund der Tatsache, daß es sich hier vermutlich um keinen Einzelfall oder gar eine aus reinem Verfolgungswahn des Autors entstandenen Fehlbeurteilung der Situation entstandene Kundenmissachtung handelt, haben wir von Freunden und Bekannten und anderen misshandelten POST-Kunden ähnliche Fälle geschildert und auch Muster von Briefen zugeschickt bekommen. Hier ein nettes Beispiel, das auch zeigt, daß selbst die POST vor der POST nicht sicher ist. Der Scan wurde freundlicher Weise von Bekannten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Es sollte zeigen, daß bei der POST ALLES möglich ist. Vielleicht könnte man ja den Slogan: Die POST bringt (fast) Allen was! um den anderen Slogan: Die POST ist anders (in Anspielung auf den Spruch: Wien ist anders). erweitern. ![]() Nachtrag: Auch die Reaktion auf diesen Scan war erstaunlich. Zitat Herr Wich (Name von der Redaktion geändert): Dazu kann ich nur bemerken, dass nicht alle 25.000 Mitarbeiter der Post AG die Adressen aller Geschäftsstellen und Filialen der Post auswendig kennen. Naja. ich denke eher, daß Mitarbeiter, die die Postanschrift der Konzernzentrale NICHT kennen, ein Fall für ein ernstes Personalgespräch sein sollten. Aber auch das ist wieder eine Frage von gutem Personalmanagement, wovon ja hier die ganze Zeit die Rede ist. Das Memo hat auch bereits heftige Diskussionen in meinem Beraterumfeld angeregt. So könnte man die Kunden total verblüffen und statt der oft gewichtigen Briefe eine Antwortkarte RETURN to SENDER senden. Stellen Sie sich das folgendermaßen vor:
Kein Mehraufwand gegenüber der jetzigen KUNDENVERÄRGERUNGS-VARIANTE. (Die Rücksendungen müssen ja jetzt auch schon bezüglich der Rücksendeadresse überprüft werden, ein Kleber oder Stempel muss draufgesetzt werden usw.usf.). Der Marketing-Effekt hingegen wäre unglaublich (hoch)!!!. Bitte zögern Sie nicht, diese kostenfreien Vorschläge aufzugreifen, ich werde keine Urheberansprüche anmelden.
NACHTRAG 2012-08-10 Der "POST-Geschädigte" hat ein Geschenk erhalten. Hurra. Als er mir zur Vervollständigung meiner Akten das Begleitschreiben zusenden wollte, hat ihm die DEUTSCHE Post den Brief zurückgeschickt. Nicht weil er A-7441 geschrieben hat, sonder weil einfach ein Irrtum passiert ist. Naja, kann ja passieren. ![]() NACHTRAG 2012-12-20 Nachdem wir im Freundeskreis kundgetan haben, daß es hier schon mehr Hunde gibt als Steine, hat eine Kollegin uns ein Buch an diese Adresse geschickt: ![]() Da könnte sich so manches Complaints Management (Inode/UPC, Telekom etc.) eine Scheibe abschneiden. Autor: Franz Reinisch Verlag LIS Reinisch OG Oberort 17 A-7441 Steinbach 49 (Achtung: hybride alt/neue Anschrift) Tel. ++43 (0)2616/4102 Das Buch: Sägezahn ZWO ist seit dem Frühjahr 2012 im Buchhandel verfügbar. Kaufen können Sie das Buch bei uns pno.cc oder bei Amazon und im gut sortierten Buchhandel. Zuschriften und Fanpost bitte an die EXAKTE Postanschrift oder besser an die Postbeschwerde Emailadresse der LIS OG schicken. Wir wissen ja nicht, wie lange die Reorganisationsphase der POST dauern wird, um ein so schwierige Problem zu lösen. Da sollte kein Mail-Account überlaufen. |